Montag, 5. Februar 2018

Welcher Wert bedeutet dir etwas?

Wofür lohnt es sich zu sterben? Wahrscheinlich weiß man das spätestens, wenn man sich auf einen schnulzigen Liebesfilm eingelassen hat, Rotz und Wasser weint und meint, dass die Liebe das wohl größte und wichtigeste im Leben sei.
Vielleicht auch Geld oder Ansehen oder Reichtum oder Freundschaft oder eben das, was für einen persönlich das Wichtigste ist.

Das heißt wir kommen erst durch andere Menschen darauf über unser eigenen Leben nachzudenken und zu reflektieren. Ein Punkt, der uns wesentlich von anderen Lebewesen unterscheidet. Wir können darüber nachdenken, was wir getan haben, gerade tun oder tun werden und dementsprechend auch bewerten und beurteilen, was (zumindest für einen selbst) sinnvoll ist.
Jeder hat mindestens einen Wert, der ihm oder ihr besonders wichtig ist. Es muss nicht das ganze Leben lang gleichbleiben, sondern kann sich verändern und ebenso darf dieser Wert auch gleichbleiben. Vielleicht hat man ihn von den Eltern übernommen oder genau entgegen den Werten der Eltern entwickelt, z.B. in der Pubertät.

Mein Wert war für mein Gefühl sehr unstet. Ruhe oder Menschen, die mich lieben, um mich zu haben. Derartiges habe ich oft sehr geschätzt. Mittlerweile weiß ich, dass ich grundsätzlich sehr gerne mit Menschen arbeite und genauso sehr irgendwann meine Ruhe brauche, ebenso wie Yoga, Meditation, gutes veganes Essen. Im Grunde bleibt aber die tiefe Verbundenheit und Dankbarkeit gegenüber denjenigen, die sich mir anvertraut haben, denn das ist mit heilig.

Patienten kommen in die Therapie, damit ihnen dort geholfen wird. Häufig könnte man auch behaupten, damit sie lernen wie sie sich selbst helfen können. So heroisch das klingt und so sehr es nach einem aufopferungsvollen, selbstlosen Job schreit, muss ich für mich etwas klar stellen. Die Patienten oder besser die Menschen, die zu mir in die Therapie kommen haben nicht die Wahl, ob sie Therapie wollen oder nicht. Sie brauchen die Therapie. Sie haben nur die Wahl in welche Einrichtung sie gehen, aber selbst dabei sind sie aufgrund der überfüllten Praxen eingeschränkt. Und bei welchem Therapeuten sie landen können sie auch nicht entscheiden. Fast als wäre es eine schicksalhafte Fügung.
Dennoch kann dieser Mensch entscheiden - ganz frei und ohne Zwang - wie er sich in der Therapie verhält. Natürlich öffnet sich ein Menschen eher, wenn er oder sie nett empfangen und behandelt wird. Einen zusätzlichen Effekt hat noch eine erfolgreiche Therapiemethode. Es bleibt also ein Rest über den jeder einzelne Mensch selbst verfügen kann und entscheiden. Nicht wie viel derjenige von mir an Ratschlägen oder Tipps annimmt, sondern wie viel mir derjenige gibt. 

Eine Tatsache, die kaum einem Patienten bewusst ist, aber es hat seinen Sinn und genau es läuft so:
Der richtige Mensch, zur richtigen Zeit am richtigen Ort, bzw. zwei Menschen.
Kein Patient kommt einfach nur so in meine Therapie, egal wie wir es nennen, ob Schicksal, Vorsehung oder Zufall, es soll so sein, dass ich genau diese Menschen kennen lerne. Und nach jedem Patienten bin ich ein anderer Mensch als davor, ob ich will oder nicht.

Meiner Meingung nach sind wir jede Sekunde später oder jede Minute, jede Stunde, jeden neuen Tag ein anderer Mensch. Wir verändern uns gleichwohl nicht um 180°, aber ein anderer Mensch. Mindestens um die entsprechende Zeiteinheit gealtert. Doch genau das passiert auch, wenn wir ein Buch beenden. Wir mögen oder hassen das Buch, wir haben uns mit den Protagonisten identifiziert, wir haben mitgefiebert, mitgelitten, mitgeweint. Wir haben die eine oder andere Lektion gelernt oder wiederentdeckt, da wir sie selbst in unserem Leben bereits gelernt haben. Jedes einzelne Buch verändert uns und je mehr Bücher desto mehr Veränderung.
Ebenso bei meinen Patienten, egal ob ich heute ein bisschen was über kyrillische Schrift und Wörter auf Russisch gelernt habe oder die Liebe eines Patienten zu seinen Kindern erfahren durfte. Alles daran ist wichtig. Und während der Patient meist ganz viel davon sofort wieder vergisst, bewahre ich all die Erfahrungen, Erlebnisse, Emotionen und Weisheiten in meinem Herz und lerne daraus und gebe so viel ich kann an andere Menschen weiter. In dem Sinne fühle ich mich gleichzeitig wie die leeren Seiten eines Buches und wie die bis zum Rand vollgekritzelten Seiten eines Notizbuches. 

Vielleicht braucht es jemanden wie mich, die aufsaugt und andererseits auch wieder etwas von sich gibt. Somit ist mein Wert, mein wertvollster Wert, ein kleiner Teil vieler Leben zu sein und im besten Falle in positiver Erinnerung zu bleiben. Ein Geschenk vieler Menschen, ein Satz, ein Wort, ein Blick und immer wieder auch ein "Danke".

Welcher Wert fällt euch in eurem Leben ein? Wofür lohnt es sich zu sterben? 
Und noch eine bessere Frage: Wofür lohnt es sich hier, heute und jetzt zu leben?

Schönen Abend wünsche ich dir,
deine Anja

Donnerstag, 18. Januar 2018

Die Langsamkeit des Essens

Oder: Die Essgeräusche der anderen - Känguru

Wer Marc-Uwe Klings Känguru-Chroniken ebenfalls auswendig mitsprechen kann - versteht die Anspielung wahrscheinlich.

Warum geht es denn jetzt plötzlich um das Essen, kommt danach dann noch der Tiefpunkt mit dem Wetter? Oder weiß sie nicht mehr worüber sie schreiben möchte???

Sie weiß genau, dass es bei genauerer Betrachtung ein Blick wert ist sich die Langsamkeit des Essens bewusst zu machen.
Man angenommen man geht zu zweit Essen und genießt ein 3-Gänge-Menü. Alles gut und schön, braucht seine Zeit, immerhin sind es 3 Gänge.
Gehe ich allerdings alleine jeden Abend in meinem Wellness-Urlaub an meinen Tisch und speise dort ohne Gegenüber, geht meine innere Uhr davon aus, dass ich dafür nicht sonderlich lange brauche. Schließlich fehlt das Gegenüber, ja die ganze Situation fühlt sich sogar etwas absurd an und nahezu unnormal. Warum wir jede Abweichung von der Norm direkt misstrauisch beäugt? Alle dort zu sitzen und das Essen zu genießen, musste ich erst "lernen". Aber wie?

Das Essen oder die Nahrungsaufnahme ist ein  essentieller Bestandteil unseres Lebens. Ohne ihn können wir ab einer gewissen Zeitspanne nicht weiterleben oder überleben. Eine Notwendigkeit also, wie Atmen, Reden oder Bewegen. Wozu also eine genauere Betrachtung. Das Essen gehen oder Essen genießen wird meist als gesellschaftliche Konvention mit eine Gepflogenheit dem gemeinsamen Essen gehen verbunden und ist somit als Paar oder Gruppe anerkannt. Die alleinige Nahrungsaufnahme hat wenig Platz in den Köpfen der Menschen unter der Kategorie gesellschaftliche Norm. Natürlich gibt es dennoch Menschen, die alleine sitzen und alleine speisen. Den meisten ist das allerdings unangenehm. So ging es mir auch vor einer Woche. 
Normale Reaktion: sich einfach beeilen beim Essen um dieser eher unangenehmen Situation zu entkommen. Dabei löst man aber nicht die Ursache, sondern die Symptome. Das heißt Ursache ist eine Schablone im Kopf, in die man selbst plötzlich nicht hinein passt. Symptom ist dann innere Unruhe, Unwohlsein in der Situation oder Flucht aus der Situation. Je häufiger man gezwungen ist in diese Situation zu gehen, desto eher findet man - als lösungsorientierter oder reflektierter Mensch - eine Lösung.
Lösungsvorschlag Nummer 1: Flucht und zukünftige Vermeidung der Situation
--> hätte für mich zur Folge, dass ich nicht mehr zum Abendessen gehen könnte
Lösungsvorschlag Nummer 2: Auseinandersetzung mit der Tatsache der unangenehmen Situation und Lösung dieser im eigenen Kopf
--> denn Grenzen beginnen im Kopf und sind manchmal auch nur dort vorhanden; ein neues Beitrag ist wohl auch bei den Glücksrittern (Lars Amend und Daniel Aminati) zu finden.
Warum ist die Situation unangenehm?
Mein Kopf sagt mir, dass es eine nicht in die Norm passende Situation und damit unangenehm ist. Richtig, mein Kopf sagt das. Oder denkt das. Die mögliche Lösung, also schneller Essen war zum Einen auch vom Servicepersonal abhängig und somit nur begrenzt beeinflussbar und zum Anderen keine Lösung.
Meine Lösung: Kein Smartphone am Tisch, tief durchatmen und die Grenze im Kopf überwinden. Ganz platt formuliert, wen von den hier anwesenden Menschen treffe ich denn wieder? Und selbst wenn, wer erinnert sich dann daran, dass ich alleine gegessen habe? Und selbst wenn dieser äußerst unwahrscheinliche Fall auch noch eintreten sollte, warum ist das dann ein Problem für mich? Als ich das Problem, dass ich den anderen zugeschrieben habe, bei mir entdeckt und entlarvt hatte, wusste ich, dass es einfach eine Frage der Übung ist.

Tief durchatmen, langsam trinken, bewusst essen und genießen!
Mehr braucht es nicht und manch eine Grenze ist schneller erledigt als man vorher denkt. Probier es mal aus, ganz alleine irgendwo hingehen und essen ... und genießen!

Apropos Wetter: Der Sturm war hier gar nicht so schlimm. Bisschen Schnee und bisschen Wind. Aber im Panoramabecken mit Thermalwasser bei 39° lässt es sich gut aushalten :)

Entspannte Grüße
deine Anja

Freitag, 12. Januar 2018

Ein perfekter Tag?!

Ernsthaft?! Am ersten ganzen Tag im Wellness-Urlaub so ein Blogtitel???

Was gehört für dich zu einem perfekten Tag? Gab es den schonmal? Warum war er perfekt? Oder suchst du noch nach ihm a lá Goethes Faust "Werd ich zum Augenblick sagen: Verweile doch, du bist so schön"?

Warum war heute ein perfekter Tag? Dazu ein kurze Geschichte zum letzten perfekten Tag.
Der war im vergangenen Jahr 2017, also:
Es war einmal ... ein Tag im Oktober, so manch einer würde sagen völlig unbedeutend, da grau, kalt und so gar kein goldener Herbst, doch das alles zählt nicht für den Status perfekter Tag, denn genau dieser eine Samstag im Oktober muss im Zusammenhang betrachtet werden. Kurz vorher habe ich meine langjährige Beziehung beendet und sollte mich wahrscheinlich der Statistik nach auf dem Sofa mit Eis und Liebesfilm wiederfinden. Stattdessen war ich shoppen, allerdings nicht aus Frust, sondern aus Lust am Zeit mit zwei Freundinnen verbringen, die ich beide zu diesem Zeitpunkt kaum kannte. Einfach mal wieder Spaß haben ohne Sorgen und Kummer und ohne Stress oder Druck. Einfach leben. Das hat mir sehr geholfen und ich bin den beiden für diese spontane Shoppingtour unglaublich dankbar. Jetzt fragst du dich zu recht:"Die ist wirklich wegen einer Shoppingtour so glücklich und nennt diesen Tag dann perfekt?!" Nein, nicht nur wegen der Shoppingtour, die ganze Atmosphäre hat gestimmt und zudem haben wir am Ende einer bestimmt achtstündigen Tour jede in einem heißen Kleid beschlossen zusammen weg zu gehen. Feiern! Wer mich jetzt nicht so genau kennt, sollte als kleines Detail noch wissen, dass ich noch nie freiwillig feiern war. Um genau zu sein, war ich noch nie weg - das eine Mal im WON zählt nicht wirklich. Diese spontane Idee und mein Gedanke, warum eigentlich nicht, waren genau das, was den Abend noch perfekt machte. Gegen jede Vernunft und mein Gewissen, nach Hause, duschen und mit allem Kram wieder los. Gemeinsam Abendessen, fertig machen und los in den Club. Auf die Blicke, die ich bekam bin ich stolz, die Pfiffe waren mir peinlich und das Getatsche der Männer sollte denen peinlich sein, aber insgesamt ein tolle, heiße Nacht, in der ich tatsächlich auch vergessen konnte wie ich wohl auf der Tanzfläche aussah. Bis in die Morgenstunden hatten wir Spaß und ich werde diesen Tag niemals vergessen. 

Manchmal braucht man kein gutes Buch, sondern Freundinnen, mit denen man die beste Geschichte selbst schreibt.

Doch kommen wir zum heutigen Tag, warum war der heutige Tag perfekt?
1. Kein Stress! Weder zum Aufstehen, noch zum Dinge oder Pflichten erfüllen, noch zum Gestalten des Tages. Klingt vielleicht banal, aber zuhause bin ich trotz meiner sehr toleranten Mama unterbewusst anders eingestellt und verlange viel von mir - vielleicht so wie meine Mama viel von sich verlangt. Das heißt im Klartext: Angst Zeit ungenutzt verstreichen zu lassen ist zuhause präsent, hier nicht, denn hier ist Urlaub.
2. Es wird sich um die grundlegenden Dinge gekümmert. Also am Frühstücksbüfett muss ich mir gerade nur so aussuchen und herauspicken, was ich essen möchte, bei meinem Behandlungstermin einfach nur entspannen und beim Abendessen, einfach nur genießen.
3. Manchmal hilft es Abstand zu den Dingen zu haben. Also manch ein Papierstapel auf dem Schreibtisch macht einen unterbewusst nervös und gibt einem das Gefühl nicht genug erledigt zu haben. Ein Regal voller ungelesener Bücher, das Gefühl niemals genug Zeit für alle zu haben und ein Klavier, nicht genug kreative Zeit zum Üben und Entspannen zu haben. Wie man es dreht und wendet vieles gibt uns unterbewusst ein Signal, weshalb Minimalismus oder das altmodische Ausmisten und Aufräumen eigentlich so beliebt ist. Das äußerliche Aufräumen verändert auch etwas in uns.
4. Die kleinen Dinge. Na klar, das alte Klischee nur die kleinen Dinge zählen. Ja, manchmal und manchmal reichen sie auch aus.

Abgesehen von diesen ganzen Punkten möchte ich einmal klar formulieren, wie mein Tag war:
Heute habe ich einfach das gemacht was ich wollte. Ausschlafen, nach dem Aufstehen kurz lüften, Yoga machen, duschen, frühstücken, meditieren und dann lesen. Klingt wenig spektakulär, war es auch. Wie gesagt, manchmal sind es die kleinen Dinge. Dann ist etwas durchaus spannendes passiert, doch hier an dieser Stelle darf ich nur verraten, es war ein Anruf. Und zwar ein sehr bedeutender für mich, daraufhin ändert sich mein Leben in gewisser Weise und bevor noch jemand Angst bekommt, alles im grünen Bereich. Nach diesem Anruf hatte ich eine Behandlung Jin Shin Jyutsu. Eine völlig neue Erfahrung für mich und durchaus so interessant, dass ich im Moment ganz gerne auch danach behandeln möchte. Vielleicht lässt sich das demnächst umsetzen und ich kann lernen, wie ich mit dieser Methode behandeln kann. Diese Behandlung hat mich geerdet und ich konnte so manches Loslassen. Ebenso hat es meinen Kopf ganz gut getan. Den restlichen Tag habe ich mit einem netten Gespräch einer Mitarbeiterin des Hauses, lesen und stricken zugebracht. Abends musste ich mich fast aufraffen um nach unten zum Abendessen zu gehen. Natürlich hat es sich richtig gelohnt. Einen kleinen Salat vom Büfett, zwei Quinoafrikadellen mit Gemüse und Rosmarinkartoffeln und zum Nachtisch noch eine Geschmacksexplosion der besonderen Art. Dunkles Schokoladenmousse mit Himbeeren und dem besten Vanilleeis, das ich je gegessen habe. Die Mousse war so schokoladig, cremig, fluffig und das Vanilleeis mit intensiven Geschmack nach Tahiti Vanille unfassbar gut. Dazu habe ich mir ein Gläschen Rosé gegönnt zur Feier des Tages.
Ein perfekter Tag - zumindest für mich!

Wie war dein Tag?

deine Anja

Donnerstag, 11. Januar 2018

Vorurteile?!

Was will eine junge Frau in Bad Füssing? Wieso machen Sie alleine Urlaub? Braucht man in dem Alter schon Wellness?

Warum gibt es Vorurteile und wieso halten wir uns so sehr daran fest? Weil sie uns helfen - ist doch ganz simpel. Vorurteile geben uns eine Sicherheit, mit der wir Menschen und Situationen schnell einschätzen und sortieren können, doch leider treffe ich im Moment immer eher auf das Gegenteil. Denn wenn ich alleine in den Urlaub fahre und das nach Bad Füssing um es mir gut gehen zu lassen und möglichst viel Wellness zu genießen, versteht das keiner.

Gerne helfe ich dabei und erkläre, dass erst ein Abenteuerurlaub nach Namibia geplant war, verschiedene Umstände dazu geführt haben, dass diese Reise nicht mehr möglich war und ich deshalb einen entspannten Urlaub mit mir alleine machen wollte. Einfach mir mal etwas Gutes tun. Vielleicht wird es noch verständlicher, wenn man meinen Beruf betrachtet. Als Ergotherapeutin ist es quasi meine tägliche Aufgabe anderen Menschen etwas Gutes zu tun, im besten Falle zum Beispiel Schmerzen zu lindern.

Also möchte ich in den nächsten Tagen versuchen meine eigenen Vorurteile zu hinterfragen und sie im besten Falle zu ändern. Vielleicht hier zu späterer Zeit ein Update.

Weg von den Vorurteilen, hin zum Urlaub:
Gestern war ein wundervoller Tag, nicht nur das Wetter hat mitgespielt und viel Sonne geschenkt, sondern unter anderem durfte ich eine super Erfahrung bei einem Beautyshooting machen. Die Fotos sind sehr sehr schön geworden und das obwohl ich darauf bin :)





Heute standen dann noch - aus mangelnder Organisation - das Packen und die Autofahrt nach Bad Füssing auf dem Programm. Das Wetter zeigte sich von seiner trüben, grauen und nebeligen Seite und schenkte mir somit genug Motivation direkt nach Bad Füssing zu fahren. Empfangen wurde ich sehr freundlich von Frau Lisa Rupp. Die sieben Sachen waren schnell im Zimmer und Frau Rupp zeigte mir noch das ganze Haus inklusive Wellnessbereich. Einen kleinen Abendspaziergang durch Bad Füssing ließ ich mir nicht nehmen und genoß danach mein 4-Gänge-Menü.
Damit liebe Grüße und einen schönen Abend,
deine Anja

Samstag, 6. Januar 2018

Was bringt dich auf die Palme?

Gibt es etwas, das dich aus der Ruhe bringt? Oder bist du die gechillte Hängematte in Person?

Was bringt dich auf die Palme?

Mich kann so einiges auf die Palme bringen, was genau hängt immer von der Situation ab.

Ein Beispiel:
Patient können mich total aufregen. Warum? Weil Patienten unmotiviert, übertreibend, stur oder auch unehrlich sein können. Das alleine muss einen noch nicht auf die Palme bringen. Wieso tut es das trotzdem ab und zu, meist hängt das mit einem selbst zusammen. Wir wissen alle, wenn es uns nicht gut geht, braucht nur einer ein falsches Wort sagen oder falsch Luftholen und man rastet aus.

Meine Theorie:
Vielleicht sucht der eigene bereits gestresste Körper einfach ein Ventil und das finden wir in den harmlosesten Bemerkungen, passend wenn es dann eine nicht so harmlose Bemerkung ist. Wir haben also einen klaren Schuldigen mit entsprechender Aussage, die dann an allem schuld sein kann. Angenommen das stimmt, dann könnte es weiterhin auch stimmen, dass wir uns nicht eingestehen können oder wollen, dass etwas nicht passt oder auch was nicht passt. Vielleicht sind wir mit einem Teil oder auch dem Großteil unseres Lebens unzufrieden. Dafür kann der Bäcker, der Busfahrer oder auch der Patient überhaupt nichts. Kriegt im schlimmsten Fall unseren Ärger ab, wenn wir uns nicht beherrschen können. Manchmal sollten wir erst einen Weg finden mit uns selbst zurecht zu kommen bevor wir andere Menschen beschuldigen an unserem Unglück schuld zu sein.

Dabei hat mir in letzter Zeit vieles geholfen: mich mit dem Thema Selbstliebe und Selbstakzeptanz auseinander zu setzen, regelmäßig Sport treiben, der mir Spaß macht, wieder mehr Yoga machen und meditieren. Das klingt alles vielleicht etwas spirituell oder esoterisch angehaucht, war bisher schlichtweg einfach hilfreich. Jeder sollte seinen Weg finden, denn die meiste Zeit unseres Lebens verbringen wir mit uns selbst, also sollten wir beginnen uns zu lieben, zu akzeptieren, und etwas Gutes zu tun in Form von Sport und Entspannung. Damit erhöhen wir unsere Frustrationstoleranz und die Geduld mit uns und unseren Mitmenschen.

Bei mir hat das geholfen. Warum heißt dann das heutige Thema "Was bringt dich auf die Palme?"
Ganz einfach, weil mich trotzdem bestimmte Dinge auf die Palme bringen, trotz Yoga, trotz Sport, Selbstliebe und Meditation. Für mich unverzeihliche Dinge. Zum Beispiel respektloser Umgang in einem sozialen Beruf und permanentes Zerstören eines vertrauensvollen Arbeitsklimas. Da hilft nur noch Frust und Wut rauslassen, tief durchatmen und neu sortieren. Manchmal dann eben auch beruflich.

Ein kleiner Tipp zum Schluss: Atmen!
Egal was auch passiert, für den nächsten Schritt oder Tritt oder Schlag brauchst du auch Luft ;)

deine Anja

Donnerstag, 4. Januar 2018

Ein ganz normaler Arbeitstag?

Heute freue ich mich über einen erfolgreichen Tag.
Mindestens zwei Patienten konnte ich helfen, versteht mich nicht falsch, natürlich habe ich mehr als zwei Patienten behandelt und es geht keinem schlechter seit ich das getan habe. Aber bei zweien bin ich mir, strenge Perfektionistin und Kritikerin meiner selbst, sehr sicher, dass es richtig geholfen hat.

Ohne den Datenschutz zu verletzen darf ich soviel verraten:
Ein Patient hat keine Symptome mehr der Diagnose, wegen der er bei uns eine Reha besucht. Allerdings hat er Schmerzen und denen sind wir heute auf den Grund gegangen. Auch wenn ich weder Zauber kann noch alle Ursachen finden, habe ich ihm geholfen. Wir haben eine Möglichkeit gefunden, dass er bei einer alltäglichen Situation keine Schmerzen hat. Warum ist das so wichtig, weil ich 1. weiß wie einschränkend und quälend Schmerzen sein können und 2. weil er damit den Kreislauf durchbricht und die Handlung ab sofort nicht mehr automatisch mit dem Schmerz verbindet.

Ein anderer Patient hat eine ähnliche Behandlung wie gestern schon bekommen und obwohl er vorher keine gravierenden Probleme hatte, fühlt er sich danach deutlich wohler, leichter und beweglicher. Nebenbei bemerkt hat er mir ein charmantes Kompliment gemacht und mich ein paar Jahre verjüngt.

Jetzt könnte man meinen, das ist doch dein Beruf und deine tägliche Aufgabe, warum ist das heute etwas Besonderes. Das ist es nicht und gleichzeitig doch. Vielleicht ist mir heute nur wieder sehr bewusst geworden wie dankbar ich sein kann, dass ich Menschen helfen kann. Dass ich manchmal genau die richtige Idee habe, dass ich demjenigen Schmerzen nehmen kann und dass ich diese Arbeit machen darf. Dankbar für meinen Beruf, der sich in den kleinen Momenten, in der Therapie selten wie eine furchtbare Arbeit und Quälerei anfühlt. Meistens ein Geschenk und sich Dankbarkeit bewusst zu machen ist auch eines.

Wofür bist du dankbar?

Gute Nacht

deine Anja

Dienstag, 2. Januar 2018

Warum einen Blog?

Warum schreibe ich einen Blog? Was habe ich mitzuteilen, das von Interesse ist?

Diese Fragen werde ich in nächster Zeit erörtern und wenn ihr wollt kommt gerne mit auf diese Reise.
Meine Motivation war groß, meine Neugier auf die Gestaltung meine Zeit und Energie zu verwenden ebenso ... und jetzt?
Keine Regelmäßigkeit, kein roter Faden. Brauche ich den. Im Leben geht es auch nicht immer nur gerade aus, aber dennoch möchte ich für mich und für dich hier eine Ordnung erschaffen, die kreatives Chaos zulässt und mich weiterbringt. Und wenn es nur das Denken ist, das für einen Moment innehält um abzuwarten, was die "crazy fingers" da gerade wie wild tippen.

Komm mit auf eine Reise ... nicht in ein Abenteuerland, aber in ein neues Jahr, mit einem Blog und einer, die gewillt ist ihn zu füttern, mit mir!

Von Herzen ein frohes und gesundes neues Jahr 2018!

Eure Anja